Marc Pfeiffenberger & Julian Richter
An der Chaussee 28 a · 25348 Glückstadt
Telefon: (0 41 24) 60 95 50
Behandelt werden Kinder / Jugendliche mit den Diagnosen:
Entwicklungsstörungen, angeborenen oder früherworbenen Schädigungen des Zentralen Nervensystems sowie Verhaltens- und emotionalen Störungen, z.B.:
In die ergotherapeutischen Behandlungen fließen die theoretischen und praktischen Grundlagen verschiedener Behandlungsmethoden und Konzepte ein:

Bio- und Neurofeedback bezeichnet eine verhaltensmedinizinische Interventionstechnik, bei der biologischen Signalen des menschlichen Körpers mit technischen Hilfsmitteln unmittelbar zurückgemeldet und dadurch bewußtgemacht werden.
Unser Körper sendet ständig Signale über seine biologischen Prozesse aus, wie zum Beispiel: Blutdruck, Atmung, Temperaturregulation, Muskelspannung, elektrische Leitfähigkeit der Haut und die Aktivität einzelner Gehirnwellen. Normalerweise werden diese Signale von uns nur ungenau oder gar nicht bewusst wahrgenommen.
Mit Hilfe modernste medizinischer Technik wird die bildliche Darstellung dieser Prozesse für therapeutische Zwecke nutzbar gemacht. Die Behandlung verursacht keine Schmerzen und kann sogar noch Spaß machen.

Stellen Sie sich vor, an Ihrem Körper werden ein paar Oberflächensensoren befestigt, zum Beispiel an den Fingern, Schultermuskeln oder am Kopf. Diese Sensoren messen Ihre Körpersignale. Diese Signale können Sie direkt am Computerbildschirm sehen und beinflussen. So sehen Sie zum Beispiel eine Darstellung (ähnlich wie bei einem Computerspiel). Durch Veränderung körperlicher Prozesse können Sie zum Beispiel Bilder bewegen.
Je nachdem, um welche Problematik es sich handelt, geht es um die Veränderung der Atmung, Muskelspannung, der körperlichen An- und Entspannung oder des Aktivitätsniveaus der Gehirnwellen.
Sie bekommen direkte Rückmeldungen für die erfolreiche Veränderung körpereigener Signale. So lernen Sie und Ihr Gehirn (ähnlich wie beim auswendig Lernen eines Gedichtes), Körpersignale unbewusst oder bewusst zu verändern und abzurufen.
Bei einer Aufmerksamkeitsstörung (ADS oder ADHS) treten oft vielschichtige Probleme auf. Daher ist es manchmal erforderlich diese unterschiedlichen Probleme auch durch verschiedene Therapiemethoden anzugehen um dem Betroffenen gerecht zu werden. Wir bieten Familien und Bertoffenen ein ganzheitliches Therapiekonzept, welches bewährte Behandlungsansätze und Therapiekonzepte verbindet.
Dazu gehören die sensorische Integrationstherapie, Neurofeedback, Biofeedback und Verhaltenstraining nach dem IntraActPlus-Konzept® (Dr. Jansen/Streit).
Speziell auf dem Gebiet des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms mit und ohne Hyperaktivität (ADHS/ADS) sind mit Neurofeedback bemerkenswerte Erfolge erzielt worden.
Die Therapie mit Hilfe von Neurofeedback bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit einer Aufmerksamkeitsstörung knüpft an die Annahme einer Beeinträchtigung der zentralnervösen Aktivierungsregulation an.(Das heißt, das Gehirn ist in bestimmten Bereichen zu stark oder zu wenig aktiv.)
Ziel ist- wie auch beim Verhaltenstraining- eine Verbesserung der Eigensteuerung. Beim Neurofeedbacktraining kann die Selbstregulation verbessert werden, indem ein gewisses Maß an Selbstkontrolle über die eigene Gehirnaktivität erlangt wird.
Mit Hilfe des EEGs (Elektroencephalogramm) wird die Gehirnaktivität differenziert und unmittelbar gemessen. Man unterscheidet zwei verschiedene Vorgehensweisen: Das Ableiten von Frequenzen des Spontan- EEGs und die Rückmeldung langsamer Hirnpotentiale. Möglich wird dies durch die rasante Entwicklung der Neurowissenschaften und der Biofeedbacktechnologie. Für das Kind/den Klienten ist die Behandlung spielerisch: Es sieht auf dem Bildschirm z.B. eine Schnecke, die sich nur dann bewegt, wenn bestimmte Gehirnwellen niedriger und andere stärker werden. Dabei kann der Therapeut dem Kind/Klienten Hinweise geben, wie es diese Regulierung erreichen kann.
Weitere Informationen:
Die deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (dmkg) bescheinigt dem Biofeedback bei Migräne eine ebensoche Wirksamkeit wie einer medikamentösen Behandlung. Die Häufigkeit der Scherzanfälle kann deutlich gesenkt werden. Durch Selbstkontrolle wird erreicht, was auch Medikamente erreichen sollen: Den Durchmesser bestimmter Blutgefäße im Gehirn zu verringern.

Am Computerbildschirm kann der Klient den Durchmesser sehen und so lernen, diesen bewußt zu verringern. Als Therapeuten unterstützen wir dies durch verhaltenstherapeutisch fundierte Interventionen. Ergänzend werden Entspannungsphasen gezielt eingesetzt. So könen gerade auch Kinder, die spielerischem Lernen am Computer gegenüber besonders aufgeschlossen sind, relativ schnell lernen, ihre Schmerzen selbst zu verringern.
Dieses Therapieverfahren hat in den letzten Jahren in der Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin zunehmend an Bedeutung gewonnen und wird in vielen Kliniken seit Jahren erfolgreich eingesetzt. In den USA ist diese Methode seit langem weit verbreitet. In Europa wird diese Methode noch nicht an den meisten medizinischen oder psychologischen Fakultäten gelehrt. Wesentliche Studien und Forschungen zur Wirksamkeit wurden erst in den letzten Jahren auch in Europa durchgeführt (www.dgbvb.de). Weiterhin sind die notwendigen Geräte sehr kostenintensiv und wir freuen uns, diese Behandlungsmethode in unserer Praxis anbieten zu können.
Beispielhaft erläutern wir drei häufig eingesetzte Behandlungskonzepte:
Wenn die Wahrnehmungsaufnahme, Verarbeitung und Vernetzung gestört ist, kann sich dies z.B. in folgenden Auffälligkeiten zeigen:
Die Behandlung beginnt mit einer differenzierten Befunderhebung. Sie umfasst die Befragung der Eltern und des Kindes, Beobachtungen und standardisierte Testverfahren.
Daraus ergibt sich der Befund, der Stärken und Schwächen der sensorischen Verarbeitung und der motorischen Antwort aufzeigt und der im Laufe der Behandlung immer wieder überprüft und differenziert wird. Der sensomotorische Befund kann Aufschluss über Zusammenhänge zu den Auffälligkeiten des Kindes (z.B. in der Grob- und Feinmotorik, Handlungsfähigkeit, Verhalten...) geben.
Durch gezielte aktive und passive sensorische und motorische Angebote wird zunächst die sensorische Integration (Neuralintegration) verbessert. Darauf aufbauend können weitergehende Ziele (z.B. Verbesserung der Handlungsfähigkeit, Selbstorganisation, Selbstwertgefühl, Antrieb ...) erreicht werden. Dabei steht der Therapeut stets in einem interaktiven Dialog mit dem Kind und passt die Angebote den Reaktionen des Kindes entsprechend an. Der Therapeut nutzt dabei ihr spezielles Wissen der Wirkung der Sinne aufeinander und der komplexen Zusammenhänge von Wahrnehmung, Motorik, Handlung und Verhalten.
Die Therapie wird so aufgebaut, dass durch die gezielten Angebote zur sensorischen Integration die Voraussetzungen zur Erreichung "höherer" Ziele (z.B. Feinmotorik/ Stifthaltung, Handlungsplanung, Konzentration) geschaffen werden. Darauf aufbauend werden diese Fähigkeiten konkret gefördert.
Die Therapie wirkt sich im Alltag aus, indem die neuen Impulse / das "Gelernte" durch das Kind zuhause umgesetzt und somit automatisch geübt werden. (Das Kind fängt z.B. an zu klettern, Rollerfahren, malen, puzzeln...).
Die Bezugspersonen werden entsprechend einbezogen und es werden gemeinsam konkrete Hilfestellungen erarbeitet.
Bei Verhaltensauffälligkeiten, Interaktionsstörungen, Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörung (ADS/ADHS), Enuresis/Enkopresis, Wahrnehmungsstörungen, Lern- und Leistungsstörungen etc. bringen wir in unsere Behandlungen auch die Kenntnisse der Verhaltenstherapie IntraActPlus-Konzept® (Dr. Jansen/Streit) ein. Möglich sind
In verhaltenstherapeutisch orientierten Ansätzen geht man davon aus, dass das Verhalten zum großen Teil von unbewusst wahrgenommenen und unbewusst gesetzten Beziehungssignalen beeinflusst wird.
Die positive oder negative Reaktion der Bezugspersonen, die sich in Gestik, Mimik, Tonfall und verbal zeigt, wirkt sich darauf aus, wie das Kind sich in seinem Verhalten steuert oder anpasst.
"Das Kind richtet daher sein Verhalten überwiegend danach aus, wie Eltern im zeitlichen Abstand von weniger als einer Sekunde reagieren.
Welche Reaktionen Eltern im Sekundenfenster nach dem Verhalten ihres Kindes zeigen, ist ihnen jedoch in den meisten Fällen nicht bewusst. Daher können Eltern sehr oft nicht verstehen, dass trotz hoher Erziehungsmotivation ihre Erziehungsziele nicht zur Umsetzung kommen." (Dr. Fritz Jansen)
Häufig haben Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen, Wahrnehmungsstörungen und anderen Entwicklungsauffälligkeiten große Probleme, günstige Verhaltensweisen zu automatisieren, da insgesamt ihrer Fähigkeit, Wahrnehmungen und Informationen zu speichern, zu verknüpfen und abzurufen, beeinträchtigt ist.
Ungünstige Reaktionen wie z.B. Aggression, Abwehr, soziale Unsicherheit etc. werden eher zum gewohnten Verhaltensmuster.
Die Erziehung dieser Kinder ist deutlich schwieriger.
Besonders bei Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen mit oder ohne Hyperaktivität (ADS/ADHS) und auch bei Kindern mit Wahrnehmungsstörungen kommt es im Leistungsbereich, im Sozialbereich und bei der gefühlsmäßigen Erlebnisfähigkeit oft zu erheblichen Beeinträchtigungen.
Für diese Kinder ist der Ansatz des Verhaltenstrainings ein wesentlicher Bestandteil eines multimodalen Behandlungskonzeptes.
Mit Hilfe einer Videoanalyse können ungünstige Verhaltens- und Beziehungsmuster zwischen dem Kind, Eltern und Geschwistern herausgefiltert und Ansätze für eine effektivere Kommunikation und harmonischere Beziehung gefunden werden.
Durch die Maßnahmen des Verhaltenstrainings können Kinder und Jugendliche günstigere Verhaltensmuster automatisieren und dadurch ihre Schwierigkeiten im Alltag bewältigen. Die Interaktion zwischen Eltern und Kindern (Lehrern und Kindern) kann sich verbessern und so die Basis gelegt werden für eine gesunde weitere Entwicklung.
Köperbezogene Interaktionstherapie
Diese Therapieform findet Anwendung bei Kindern und Erwachsenen mit einer Körperkontaktblockade.
Kinder, die von einer Körperkontaktblockade betroffen sind, neigen dazu, sich Aufmerksamkeit und Zuwendung durch widerständiges Verhalten, ständige Machtkämpfe und Machtgewinn zu holen. Sie sind nicht in der Lage, Körperkontakt zuzulassen und positiv anzunehmen. Da wir von Geburt an den innerlichen Wunsch haben, körperlich angenommen zu werden, erleiden Kinder, die von sich aus Körperkontakt schlecht zulassen können, oft schwere Störungen im Verhalten und in der Beziehungsaufnahme. Nicht nur die Kinder haben einen Leidensdruck, sondern auch die Eltern, da sie z.B. beim Kuscheln mit dem Kind eine ständige Abwehr erleben. Häufig sind besonders Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen (ADS/ADHS), Wahrnehmungsstörungen, Autismus und autistischen Zügen betroffen.
In der Therapie wird ein Verfahren angewendet nach Dr. Fritz Jansen (Diplom Psychologe und Lehrtherapeut für Verhaltenstherapie). Ähnlich wie in der Haltetherapie von Irina Prekop werden Erfahrungen erworben, die im Sinne der Lerngesetze verfestigt werden.
Für weitere Informationen sprechen Sie uns gerne an.